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Leishmaniose (Mittelmeerkrankheit) bei Hunden

Menschen, die mit einem Hund verreisen, müssen wichtige Vorsorgemaßnahmen treffen. Dies gilt vor allem beim Besuch von südlichen Ländern. Während Hunde in Nordeuropa in der Regel durch Medikamente wie Eurican® multiplen Impfschutz gegen Krankheiten wie Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis contagiosa und Zwingerhusten genießen, spielt in südlichen Ländern, die dort weitläufig verbreitete Leishmaniose eine nicht unerhebliche Rolle. Sie kann sehr schnell zu einer großen Gefahr für den Hund werden. Da es keinen hundertprozentigen Schutz dagegen gibt, kommt vor allem der Profilaxe eine herausragende und zuletzt lebenswichtige Bedeutung zu. Die Leishmaniose ist nur schwer behandelbar und führt ohne entsprechende Maßnahmen zum Tode des Tieres.

Was versteht man unter Leishmaniose?

Unter Leishmaniose (Leishmaniasis) versteht man eine weltweit sowohl bei Menschen als auch bei Tieren vorkommende Infektionserkrankung. Verantwortlich für dieses Krankheitsbild zeichnen so genannte obligat intrazelluläre protozoischen Parasiten der Spezies Leishmania. Sie sind nahezu über die gesamte südliche Hemisphäre verteilt, mit Tendenz der Ausbreitung nach Norden. Ihr Ausbreitungsgebiet führt über die Tropen, Ostafrika, dem Mittelmeerraum bis hin nach Asien. Auch in Deutschland wurden in den letzten Jahren vermehrt Fälle entdeckt. Selbst bei Menschen und Tieren die zuvor nicht im Ausland waren. Diese Tendenz der Ausbreitung Richtung Norden wird nicht zuletzt dem Klimawandel und der zunehmenden Globalisierung zugeschrieben. Übertragen wird die Infektion durch Sandmücken (Schmetterlingsmücken), die vor allem in wärmeren Regionen beste Lebensbedingungen vorfinden.

Gefahreneinschätzung

Während in Deutschland bisher nur vereinzelt Fälle von durch Sandmücken (Phlebotomus mascittii) verursachte Leishmaniose vorkamen, ist diese Krankheit bei Tieren im Mittelmeerraum stark verbreitet. So sind beispielsweise in Südspanien rund 43 Prozent, in Sizilien gar 80 Prozent aller Hunde infiziert. Letztlich hängt das Risiko für einen Hund sich mit Leishmaniose zu infizieren, auch von der lokalen Population der Mücken und deren Infektion bzw. Stechverhalten ab. Grundsätzlich besteht für Hunde in diesen Gebieten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.

Wie sieht das Krankheitsbild von Leishmaniose beim Hund aus?

Welche Körperregionen und Organe sind betroffen?

Hat sich ein Hund mit Leishmaniose infiziert kann sich ein Krankheitsverlauf höchst unterschiedlich darstellen. Im extremsten Fall führt sie unmittelbar zu Nierenversagen und schließlich zum Tod. In anderen Fällen verläuft die Leishmaniose indirekt, das heißt es kommt zu einer ganzen Reihe von Entzündungen im Organismus. Diese sind schwerwiegend und betreffen nahezu alle Körperpartien wie Haut, Leber, Nieren, Darm, Augen und die Knochen.

Welche Symptome treten bei einer Leishmaniose auf?

Da bei einer Leishmaniose Krankheitsbilder an verschiedenen Organen auftreten, ist es mitunter auch für erfahrene Tierärzte schwierig, anhand von einzelnen Symptomen auf eine Erkrankung durch Leishmanien zu schließen. Es gibt jedoch Organe wie etwa die Haut, bei der häufiger als bei anderen Körperregionen, Störungen auftreten. Anhand der Art der Irritationen können Rückschlüsse auf die Schwere und die damit verbundene Genesungsaussichten gestellt werden.

Hautstörungen kommen vor in Form von:

  • Symmetrischer Haarausfall mit Schuppenbildung
    Neben vielen anderen Ursachen kann bei plötzlichem Haarausfall in Verbindung mit einer Schuppenbildung eine Leishmaniose vorliegen. Diese Art der Beschwerden tritt bei ca. 60 Prozent der mit Leishmanien infizierten Hunden auf. Es handelt sich dabei um Tiere mit einer noch funktionierender Immunabwehr. Die Anzeichen beginnen oft am Kopf und dehnen sich nach und nach auf den gesamten Körper aus.
  • Hautgeschwüre
    Hautgeschwüre treten vornehmlich im Bereich der Knochenenden auf. Auch die Schwanzspitze, die Ohren oder die Übergänge von Haut zu Schleimhaut sind oft betroffen. Etwa 20 Prozent der erkrankten Tiere weisen diese ernsten Symptome auf. Diese Form weist auf ein bereits geschwächtes Immunsystem hin.
  • Knötchenbildung
    Sobald so genannte Magrophagen in die Haut eindringen konnten, reagiert der Körper mit der Bildung von Knötchen in der Haut. Ist dies der Fall liegt bereits eine Schwächung des Immunsystems vor. Bei etwa 12 Prozent aller erkrankten Hunde liegt dieses Beschwerdemuster vor.
  • Hautdegeneration inklusive Pustelbildung
    Dieses Anzeichen findet sich relativ selten. Es ist nur in ungefähr 4 Prozent aller Verlaufsformen fest zu stellen. Es handelt sich dabei um Pusteln in deren Flüssigkeit Parasiten nachzuweisen sind. Die Flüssigkeit selbst weist dabei keine eitrige Substanzen auf. Ein direkter Zusammenhang mit dem Zustand der Immunabwehr konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
  • Sonstige Hautauffälligkeiten
    Neben den genannten Punkte, bei der eine Leishmaniose nicht auszuschließen ist kommen noch eine Reihe weiterer Beschwerdemuster der Haut hinzu. So sind beispielsweise eine auffällige Verhornung, Verkrümmungen der Krallen, Nagelbettentzündungen und Pigmentverluste im Bereich des Mauls und der Nase wichtige Marker die mit einer Leishmaniose zusammen hängen können.

Wird zu den genannten Hautproblemen ein regelmäßig wiederkehrendes Fieber mit zwei messbaren Spitzenwerten am Tag festgestellt, ist dies ein deutlicher Hinweis auf das Vorliegen einer viszeralen Leishmaniose.

Weitere mögliche Begleiterscheinungen einer Leishmaniose sind Entzündungen der Leber, des Darmes, der Blutgefäße, des Knochenmarks, der Gelenke, der Nerven und der Muskel. Auch ein plötzliches Nierenversagen kann auftreten.

Aufgrund der Vielzahl von möglichen Krankheitssymptomen ist eine Diagnose im Rahmen einer Routinediagnostik nicht möglich. Nur tiefer gehende Laboruntersuchungen können Aufschluss über die mögliche Erkrankung liefern. Wobei es einen sicheren Test bisher noch nicht gibt. Die Diagnosefindung beruht einzig auf die Faktoren Parasitennachweis in Verbindung mit der Immunantwort des Wirtes.

Welche Inkubationszeit beisteht nach einer Infektion mit Leishmaniose?

Sind die Parasiten einmal im Körper des Tieres angekommen, befallen sie vor allem Zellen des körpereigenen Immunsystems und zerstören diese sukzessive. Dieser Prozess findet vor allem in den Lympknoten, dem Knochenmark, der Leber und der Milz statt. Eine feste Inkubationszeit kann nicht vorhergesehen werden. Sie beträgt in einigen Fällen nur einen Monat, in anderen wiederum bis zu sieben Jahren.

Wie kann die Erkrankung von Leishmaniose diagnostiziert werden?

Um es gleich vorweg zu nehmen: eine hundertprozentig sichere Diagnose für Leishmaniose gibt es nicht. Die Krankheit wird anhand eines direkten Nachweises der Parasiten in Verbindung mit der Bildung von Antikörpern des jeweiligen Wirtes bestimmt. Der direkte Nachweis wird mit Hilfe von zytologischen bzw. histologischen Untersuchungsmethoden durchgeführt. Dabei werden Zellproben vom Knochenmark, der Lymphknoten oder der Haut unter dem Mikroskop gesichtet. In manchen Fällen wird die gentechnische Methode (PCR) genutzt, um Leishmanien wirksam und relativ sicher zu identifizieren.

Darüber hinaus gibt es neben dieser direkten Verfahren auch Untersuchungen, die indirekt den Nachweis der Erkrankung führen. Hierbei wird im Labor mit dem so genannten Immunfluoreszenz-Test oder Intrakutantest nach Antikörpern gesucht. Bei noch frisch infizierten Hunden, bei denen noch keine Antikörper bestehen können diese indirekten Testformen jedoch falsche Ergebnisse erzielen.

Wie kann Leishmaniose behandelt werden?

Leishmaniose bei Hunden ist eine seit Jahren bekannte äußerst ernsthafte Erkrankung, die ohne Behandlung zum Tode führt. Sie ist therapierbar, wobei es keine Patentlösung für einen Heilungserfolg gibt. Ob zur Verfügung stehende Medikamente den Leishmanien erfolgreich begegnen können, hängt vom Stamm der infizierten Sandmücken und dem bereits vorliegendem Krankheitsstadium ab. Ist der Hund einmal erkrankt gibt es einige Aspekte, die die Genesungsaussichten des Tieres günstig beeinflussen.

Kompetenten Tierarzt konsultieren

Eine unbehandelte Leishmanioseerkrankung führt nach relativ kurzer Zeit zum Tode. Die Behandlung mit Medikamenten ist aber mit Risiken verbunden. Je nach körperlicher Konstitution des Tieres, können diese im Rahmen möglicher Nebenwirkungen, ein Nierenversagen hervorrufen. Die besten Chancen auf Genesung haben im Frühstadium der Erkrankung jüngere Hunde bis zu einem Alter von 5 Jahren.

Um die Krankheit frühzeitig zu erkennen, ist ein erfahrener Tierarzt erforderlich, der sich mit der Mittelmeerkrankheit auskennt und diese auch zeitnah diagnostiziert. Eine falsche Therapie, etwa mit dem Medikament Cortison hat fatale Folgen und verschlechtert das Krankheitsbild. Während der Behandlung sind darüber hinaus regelmäßige Blutuntersuchungen notwendig, um stets einen Überblick über die Höhe der Durchseuchung mit Parasiten zu haben

Die richtigen Medikamente einsetzen

Um die Situation des Tieres zu verbessern stehen eine ganze Reihe von Medikamenten zur Verfügung. Je nach Status der Erkrankung entscheidet der behandelnde Arzt über die Auswahl. Bewährt haben sich Präparate wie Glucantime, Allopurinol, Azolen oder auch Aminosidin.

Das Immunsystem des Hundes stärken

Stress für Tier und Mensch sollte nach der Diagnose vermieden werden. Jetzt gilt es vor allem das Immunsystem des Hundes zu stabilisieren. Nur eine starke Immunabwehr hilft dabei die Erkrankung zu besiegen. Neben den entsprechenden Medikamenten benötigt der Hund absolute Ruhe und Entspannung. Äußere Einwirkungen wie Umzug, Situationen die Angst erzeugen, körperliche Anstrengungen oder gar ein Besitzerwechsel sind nicht erwünscht und können neue Krankheitsschübe auslösen.

Nahrungsumstellung

Ist der Hund an Leishmaniose erkrankt spielt die weitere Ernährung eine wichtige Rolle. In den meisten Fällen ist eine Umstellung ratsam. Künftig muss die Nahrung proteinarm, natrium- und phosphorreduziert sein. Dabei handelt es sich um eine gezielt zusammengestellte Schonkost für die Nieren. Unter Umständen muss der Tierarzt oder die behandelnde Klinik einen Ernährungsplan erstellen.

Zusammenfassung der Behandlungsaussichten

Beim rechtzeitigem Erkennung der Leishmaniose hat das Tier eine Chance die Krankheit zu überstehen. Die Behandlung ist jedoch aufwendig und das Ergebnis ist offen. Eine Heilung in dem Sinne ist nicht möglich. Die Erkrankung kann zu einem späteren Zeitpunkt erneut auftreten. Es gilt der Leishmaniose so gut wie nur irgendwie möglich vorzubeugen.

Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz des Hundes vor Leishmaniose

Impfung gegen Leishmaniose

Seit Anfang 2013 steht in Deutschland ein Impfstoff gegen Leishmaniose zur Verfügung. Es handelt sich dabei um das Präparat CaniLeish® aus dem Hause Virbac. Vor der möglichen Immunisierung sollte ein Beratungsgespräch mit einem erfahrenen Tierarzt stattfinden. Die Impfung ist nicht risikolos, in Spanien beispielsweise wurde über mehrfache Todesfälle berichtet. Auch eine Blutuntersuchung zur Klärung einer möglichen bereits vorliegende Infizierung durch Leishmanien ist erforderlich.

Impfschema
Ab einem Lebensalter von einem halben Jahr kann die Impfung erfolgen. Insgesamt sind für die Grundimmunisierung 3 Impfdosen erforderlich die im Abstand von 3 Wochen verabreicht werden. Danach ist jährlich eine Nachimpfung erforderlich um den Schutz aufrecht zu erhalten.

Kosten für die Impfung
Die Kosten der Grundimmunisierung betragen ca. 180 bis 200 Euro

Scalibor®-Halsband gegen Leishmaniose

Dazu habe ich hier einen ausführlicheren Erfahrungsbericht geschrieben.



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